Realitätsferne Politiker, Film um 11

Hier zeigt sich mal wieder, wie realitätsfern Politiker sind, wenn es um neue Technologien geht. Um den Austausch von Gewaltvideos an den Schulen zu verhindern, sollen Handys Jugendschutzfunktionen bekommen. Die Herren von der CDU stellen sich vor, daß die Eltern den Austausch von Videos per Bluetooth durch eine PIN unterbinden können. Dies ist gleich auf 2 Ebenen totaler Quatsch.

  1. Die meisten Eltern dürften bereits mit dem Stellen der Uhr an ihrem Videorekorder überfordert sein (Flashing-12:00-Syndrom)
  2. Wenn die Jugendlichen die Videos nicht per Bluetooth austauschen können, steigen sie halt entsprechend auf MMS, eMail oder auswechselbare Speicherkarten um.

Doch wenn man meint, damit hätten die Herren Politiker den Gipfel ihrer Unwissenheit bereits erreicht, legen sie noch einen nach. Sie brabbeln was von Digitalen Signaturen und freiwilliger Selbstkontrolle. Ok, letzteres hat auf meiner Dämlichkeitsmeter gerade die Skala gesprengt. Freiwillige Selbstkontrolle geht nur an der Quelle — den Jugendlichen. Und diese haben nicht das geringste Interesse daran. Und digitale Signaturen hat der feine Herr Jarzombek nur eingeworfen, weil es so ein tolles Buzzword ist, ohne die geringste Ahnung zu haben, was es eigentlich bedeutet. Werden die Ersteller dieser Gewaltvideos — die Jugendlichen — ihre Videos mit Signaturen ausstatten, die den Inhalt als Gewalttätig und für Jugendliche ungeeignet ausweisen? Jugendliche können manchmal ziemlich dämlich sein (ich weiß es, ich war mal einer), doch so dämlich können nur Politiker sein.