WLAN für den Palm

Es ist also soweit. PalmOne hat also endlich die Wi-Fi-Karte offiziell angekündigt. Unterstützt werden nur der Zire 72 und Tungsten T3 (was für ein Glück für mich). Die Karte selbst soll laut PalmOne nur WEP beherrschen, doch als Ausgleich liefert PalmOne einen VPN-Client (PPTP) mit. Ich vermute, daß es sich dabei um Mergic VPN handelt. Die Karte soll ab dem 3. September erhältlich sein – mal schauen, ob auch in Europa. Der Preis in den USA soll $129 betragen.

Ich bin mal gespannt, wie lange der Akku meines T3 mit der Karte durchhält. Ich kann mit aktivem Bluetooth schon einige Stunden lang per GPRS durchchatten, bevor der Akku auf 50% abfällt. Eine ähnliche Laufzeit würde ich mir auch mit der Karte wünschen. Es wird spannend.

Commodore-Erinnerungen

Da bin ich gerade noch so in meiner nostalgischen Stimmung und dann setzt Volker Weber noch einen nach.

Was waren das noch für Zeiten. Mein guter alter C64 war der Einstieg in die Welt der Computer. Ganze 64KB RAM hatte der gute 8bit-Prozessor zur verfügung, der mit – für heutige Verhältnisse – lächerlichen 0,98MHz (ja, richtig, weniger als 1MHz) lief. Und zum speichern der Daten hatte man eine Datasette, die auf herkömlichen Audio-Kasetten (gibt’s die noch?) Daten aufzeichnete. Dies war der Streamer für arme. Wer es sich leisten konnte, legte sich schnellstmöglich ein Floppy-Laufwerk zu. Auf einer 5.25” Diskette konnte man satte 165KB (einseitig) ablegen.

Ich habe damals mit Begeisterung in Maschinensprache auf dem C64 programmiert und kannte die Funktion nahezu jeder Speicherstelle auswendig. Noch heute besitze ich mehrere Ordner mit kommentierten ROM-Listings für den C64, C128 und die Floppies. Richtig genial war GEOS. Ein Betriebssystem mit grafischer(!) Oberfläche. Ich habe damals meine Hausaufgabe mit GeoWrite – einer WYSIWYG-Textverarbeitung – geschrieben. Ich vermisse die alten Zeiten.

Olympia-Wahnsinn

Die olympische Spiele in Athen haben (vorläufig) den Vogel abgeschossen, was unsinnige oder gar dämliche Regelungen angeht. Da wäre das Verbot von Produkten von nicht-Sponsoren oder gar von Konkurrenten der Sponsoren. Da Coca-Cola die olympischen Spiele sponsort, wird jemand mit einer Pepsi-Flasche/Dose nicht in das Stadion hineingelassen. Wer gar ein T-Shirt mit dem Logo des ungeliebten Konkurrenten trägt, muß es entweder ausziehen oder auf die linke Seite wenden. So will man wohl vermeiden, daß in irgendeiner Übertragung sich doch das Logo des Mitbewerbers einschleicht.

Außerdem darf man die olympische Webseite nur verlinken, wenn man vorher um Erlaubnis fragt. Da ich befürchte, daß die Olympia-Seite nach den Spielen in der digitalen Bedeutungslosigkeit verschwindet, zitiere ich hier mal den rührenden Versuch, die Regeln des Web auf den Kopf zu stellen.

  1. Use the term ATHENS 2004 only, and no other term as the text referent
  2. Not associate the link with any image, esp. the ATHENS 2004 Emblem (see paragraph below)
  3. Send a request letter to the Internet Department stating:
    • Short description of site
    • Reason for linking
    • Unique URL containing the link (if no unique URL than just the main URL)
    • Publishing period
    • Contact point (e-mail address)

Dies hat schon KPMG versucht und ist gescheitert. Dennoch stellen einige Firmen und Regierungsbehörden solche unsinnigen Link-Policies auf, wie eine schnelle Suche mit Google belegt. Die Wirksamkeit einer solchen Policy ist eher zweifelhaft. Wer versucht mit unsinnigen Link Policies den Usern vorzuschreiben, ob, wann und wie sich eine Website verlinken dürfen, hat das Prinzip der Web nicht verstanden und sollte nicht im Internet sein, sondern weiterhin bunt bedruckte Broschüren verteilen.

Anfänglich gab es wohl auch eine gewisse Verwirrung, ob die Athleten und deren Begleiter bloggen dürften. Der Schockwellenreiter und Boing Boing berichteten, daß die Athleten gar nicht bloggen dürften. Inzwischen hat Boing Boing jedoch erfahren, daß sie bloggen dürften, solange sie nicht in Journalismus abdriften. Wo hier die Grenze gezogen wird, bleibt fraglich. Allesaussersport hat jedenfalls eine Liste an Olympia-Blogs zusammengetragen.

Der Sonnenvogel

Das Mozilla-Projekt macht es sich immer mehr zur Aufgabe, die in der Mozilla-Suite enthaltenen Programme auch als Standaloneversionen herauszubringen. Derzeit machen sich die Mozilla-Entwickler bereit für einen weiteren Spin-Off. Der Mozilla Kalender soll als Mozilla Sunbird veröffentlicht werden. Das default Theme sieht schon mal solide aus und auch beim Sunbird Logo zeichnet sich ein Favorit ab.

Das Benutzerinterface erinert mich stark an den Palm Desktop. Wo wir gerade beim Palm sind. Ich hoffe, daß es bald auch möglich sein wird, die Termine mit einem PDA synchen zu können. Wünschenswert wäre auch ein kleiner Reminder an die Termine, der im Infobereich (von vielen fälschlicherweise als “Tray” bezeichnet) läuft und auch an Termine erinnert, wenn Sunbird nicht läuft.

Bislang können Termine nicht in regelmäßigen Abständen geplant werden (diese Möglichkeit habe ich bei DateBk auf meinem Palm zu schätzen gelernt). Geburtstage oder andere Jubiläen zu Planen ist bislang nicht möglich. Doch das ist bei einer 0.1.1 Version verzeihlich. Interessant ist das Feature, den eigenen Kalendar in einer Datei zu veröffentlichen und andere öffentliche Kalendare in den eigenen Kalendar zu importieren. Damit könnte Sunbird sich als Alternative zu Outlook für kleinere Arbeitsgruppen erweisen. Für größere Installationen wäre hier Support für iCal und/oder LDAP nötig. Warten wir es mal ab.

Update: Möglicherweise wird Der Kalendar gar nicht Sunbird heißen. Einige Entwickler und User sind der Meinung, daß der Name eine zu enge Beziehung zum Firebird impliziert. Nach dem man mit dem Firefox und Thunderbird das Land und die Luft eingenommen hat, sollte man sich vielleicht auf das Meer konzentrieren und dem Kalendar einen Namen geben, der Assoziationen mit dem Meer weckt. Mein derzeitiger Favorit ist “Mozilla Starfish”.

Firefox Web Developer Extension

Die Web Developer Extension für Firefox und Mozilla ist vermutlich das genialste seit geschnitten Brot. Mit dieser Extension kann man die aktuelle Webseite durch einen HTML/CSS-Validator jagen, Java/JavaScript und Animationen abschalten, sich alle Block-Level Elemente hervorheben lassen sowie alle Classes und IDs anzeigen lassen. Das Killerfeature des Extension ist jedoch die Möglichkeit, die Stylesheets beliebiger Webseiten in Echtzeit zu editieren. Jede Änderung am Stylesheet wird sofort im angezeigten Dokument dargestellt. Damit kann man kinderleicht ein eigenes Stylesheet entwickeln oder auch sich einfach nur mit CSS vertraut machen. Ich möchte es nicht mehr missen.